Joachim Georg

Joachim Georg

Redaktion

Der Einspruch der Intellektuellen: „Reginas Gäste“ mit Freiheitsforscherin Ulrike Ackermann

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Sie ist eine der großen Krisen des Jahrhunderts, die SARS-CoV-2–Pandemie. Corona beschäftigt Medien und Öffentlichkeit in nie gekanntem Ausmaß. Und doch fehlt die öffentliche Debatte, ein Einspruch der Intellektuellen dieses Landes, stellt die Freiheitsforscherin Ulrike Ackermann fest. Die Professorin und Leiterin des John Stuart Mill Instituts für Freiheitsforschung ist am Sonntag, 12. September, 17 Uhr, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Reginas Gäste“ in der Neuen Stadthalle Langen im Gespräch mit der Journalistin Regina Heidecke.

Zeitungen, Fernsehen, Gespräche auf der Straße drehen sich seit Monaten um fast nichts Anderes als um steigende und fallende Zahlen, um Impfen und Testen und Masken. Aber von einem gesellschaftlichen Diskurs keine Spur. Während die Mehrheit der Bevölkerung der Regierung und ihren Beratern zustimmt, machen sich an den Rändern der Gesellschaft und vor allen in den sozialen Netzwerken Bewegungen Luft, die entweder auf der Seite von Pandemie-Leugnern stehen oder kruden Verschwörungstheorien anhängen, absurde Fake News verbreiten und zunehmend rechtsradikalen Narrativen folgen. Die Ablehnung der Experten, der Hass auf die Eliten und eine grenzenlose Selbstüberschätzung und Anmaßung nehmen ein bedrohliches Ausmaß an.

Ulrike Ackermann hat mit ihrem Buch „Das Schweigen der Mitte – Wege aus der Polarisierungsfalle“ einen Nerv getroffen. Das Buch erschien in einer Zeit, als die Realität des Virus, geschweige denn der Pandemie und ihrer Folgen, noch gar nicht absehbar waren. Gleichwohl zielt ihre Analyse auf einen zentralen Punkt: „Wir brauchen Intellektuelle, die hervorstechen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Ideen und ihres Mutes, Neues zu denken, auch wenn der große Rest noch nicht so weit ist. Obwohl im Zuge der Digitalisierung die Illusion genährt wurde, jeder könne alles selbst, was er sogleich in egalitärer Manier mit allen andere teilen werde. Alle würden damit automatisch mündiger und demokratischer und bräuchten keine Orientierung mehr von Personen, die über mehr Kompetenz, Wissen und Weitblick verfügten.

Wenn jetzt im Herbst die erfolgreich gestartete Langener Veranstaltungsreihe „Reginas Gäste“ fortgesetzt wird, so ist das nach fast einem Jahr Pause wie eine neu gewonnene Freiheit. Nichts hat die Menschen seit dem Ausbruch von Covid-19 so sehr polarisiert wie ihre Gesundheit auf der einen und ihre „geraubte“ Freiheit auf der anderen Seite. Während sehr viele Bürger sich von ihrer Regierung noch strengere Maßnahmen gewünscht haben, sind andere auf die Barrikaden gegangen. Und die Parlamentarier standen in der Kritik, weil sie über sich haben ergehen lassen, worüber eigentlich hätte diskutiert, gestritten und schließlich demokratisch abgestimmt werden müssen.

Der Abend mit der Politikwissenschaftlerin verspricht ein spannendes Gespräch über drängende Fragen und Themen wie die Pandemie, aber auch Flucht und Anerkennung von Migranten, der kulturellen Aneignung oder Ablehnung, Identitätspolitik und Cancel Culture, Gender-Sprache – und dabei soll der Blick auf die Freiheit der Meinungsbildung nicht verloren gehen. Die Bundestagswahl steht vor der Tür und man fragt sich: Welche Wahrheit leitet uns, wem schenken wir unser Vertrauen? Bei all dem geht es auch darum, Meinungen anderer zu respektieren, miteinander ins Gespräch zu kommen, den Ideologen des Zeitgeistes eine Absage zu erteilen.

Prof. Dr. Ulrike Ackermann ist Politikwissenschaftlerin und Soziologin. 2009 gründete sie das John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung, das sie seitdem auch leitet. 2009 wurde sie als Professorin berufen und lehrte bis 2014 Politische Wissenschaften mit dem Schwerpunkt „Freiheitsforschung und Freiheitslehre“ in Heidelberg. Sie bezeichnet sich selbst als die einzige Freiheitsforscherin in Deutschland. Ulrike Ackermann ist eine gefragte Expertin in Radio-, Fernseh- und Zeitungsbeiträgen.

Zuletzt erschien ihr Buch „Das Schweigen der Mitte“. Sie gehört zu den Unterzeichnern des „Appells für freie Debattenräume“ und ist Mitbegründerin des „Netzwerks Wissenschaftsfreiheit“.

Regina Heidecke hat in Frankfurt Soziologie, Germanistik und Philosophie studiert, war ab 1978 Redakteurin der Kulturredaktion beim Hessischen Rundfunk sowie von 2001 bis 2014 Schlussredakteurin der Sendung Kulturzeit bei 3sat.

Als Filmemacherin realisierte sie für den Hessischen Rundfunk, arte und 3sat Features und Porträts in den Bereichen Theater, Tanz und Ballett, aber auch Magazinbeiträge zu gesellschaftlichen und politischen Themen, sowie Reisefilme. Daneben war sie viele Jahre als Ballettkritikerin für hr2 tätig. Als Redakteurin bei Kulturzeit hat sie sich vermehrt den Themen Politik, Bildung, kritischer Journalismus sowie Fragestellungen zum Islam und dem Nahen Osten zugewendet. Ganz besonders am Herzen lag ihr die Ausbildung und Betreuung von jungen Journalisten und Filmemachern aus Ländern wie dem Irak, Tunesien, Pakistan und Afghanistan in Kooperation mit ifa-Institut für Auslandsbeziehungen. In Workshops hat sie mit dem Goethe-Institut in Syrien, mit dem IWPR – Institute für War and Peace Reporting im Nordirak, sowie mit dem SES – Senior Expert Service in Indonesien zusammengearbeitet. Seit 2015 ist Regina Heidecke freie Journalistin.

Der Eintritt kostet 9,80 Euro. Karten im Vorverkauf gibt es unter www.neue-stadthalle-langen.de (Tickethotline: 06103 203-455), im Reisebüro Mister Travel (in Langen Westendstraße 2, Telefon 06103 25021, in Egelsbach Ernst-Ludwig-Straße 55, Telefon 06103 943333), im Buchladen am Lutherplatz in Langen, Telefon 06103 28717, und an allen bundesweit bekannten Vorverkaufsstellen von AD ticket (www.adticket.de, Tickethotline 0180 6050400).

Quelle: Stadt Langen

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